mein weg zur medialität


Nach der Flucht

Wie für alle Kinder der Flüchtlingsfamilien waren auch meine ersten Lebensjahre in der Nachkriegszeit (nach dem 2. Weltkrieg) einfach und voller Entbehrung. Doch das hat mich keinesfalls negativ geprägt, denn noch heute denke ich mit einem Lächeln an diese Zeit, die ich in einem abgelegenen Dorf auf der Schwäbischen Alb verbracht habe. Unbekümmert konnte ich täglich das Reich der Natur erkunden und die vielen Freundschaften mit den Tieren im Dorf pflegen. Sie waren meine ersten Verbündeten, mit denen ich mich medial austauschte. Ich war glücklich und habe die Bedürftigkeit meiner Familie nie gespürt. Nie musste ich hungrig ins Bett gehen, das aus einem großen Pappkarton bestand und in dem ich vorzüglich schlief. Meine Geschwister gingen zur Schule und meine Mutter kümmerte sich um unseren kranken Vater. So hatte sie keine Zeit für mich, und ich konnte frei und ungehindert fast alles tun, was ich wollte.


Mein geliebter Vater

Mein Lebensmittelpunkt war mein Vater, denn er war immer da, wenn ich von meinen Erkundungen nach Hause kam. Er lag stets auf dem Sofa im Wohnzimmer. Täglich legte ich mich zu ihm und erzählte ihm, was mir die Kühe, Katzen, Hunde, Enten und Hühner anvertraut hatten. Doch eines Tages war er nicht mehr da. Sie hatten ihn, als ich schlief, abgeholt, und er starb noch in derselben Nacht. Als ich am nächsten Morgen fragte, wo er denn wäre, sagte man mir, dass er gestorben sei und nie mehr zurückkommen werde.

Meine Mutter, die nun eine Witwe ohne Rente und Einkommen war und vier Kinder alleine großziehen musste, konnte mich nicht trösten. Sie hätte selbst Hilfe gebraucht, und schließlich gab es neben mir noch drei ältere Geschwister. Ich fühlte mich unendlich allein, von meinem Vater im Stich gelassen, denn ich verstand nicht, was Sterben bedeutet. Ich sah nur, dass er nicht mehr da war und niemand mich tröstete.

Als man den Sarg im Treppenhaus aufstellte und sich meine Familie und die angereisten Verwandten um den aufgebahrten Leichnam versammelten, blickte ich zum ersten Mal auf einen Toten. Nicht einen Augenblick brachte ich die fahle Gestalt mit meinem Vater in Verbindung, auch empfand ich keine Angst. Was ich dort sah, war einfach etwas Fremdes. Meine Mutter blickte gequält auf den Toten, mein Bruder schien versteinert, und meine Schwestern weinten. Ich fühlte mich inmitten der vielen Menschen einfach nur allein.

Plötzlich hörte ich die Stimme meines Vaters: "Ich werde dich nie allein lassen. Immer dann, wenn du mich brauchst, werde ich da sein." Als ich meinen Kopf zur Seite drehte, sah ich ihn auf der Treppe stehen, die in die oberen Stockwerke führte. Mein Herz machte einen großen Sprung, und meine kleine Welt war wieder in Ordnung.

Als der Sarg geschlossen wurde, trug man ihn ins Freie und stellte ihn auf einem Fahrgestell ab. Ich war wieder guter Dinge. Die Trauergemeinde stellte sich hinter dem Sarg auf und setzte sich zu Fuß in Richtung Friedhof in Bewegung. Vornweg gingen ein Geistlicher und andere schwarz gekleidete Männer, die ich nicht richtig sehen konnte. Direkt hinter dem Sarg gingen meine Geschwister und meine Mutter, die mich an der Hand hielt, und neben mir ging mein Vater. Ich wusste nicht, dass die anderen Menschen meinen Vater nicht sehen konnten. Niemand sagte etwas, alle gingen schweigend und bedrückt hinter dem Sarg her. Ich aber war glücklich, denn ich hatte meinen Vater wieder.

Von diesem Tag an war mein Vater wieder bei uns zu Hause. Er saß meist passiv auf dem Sofa im Wohnzimmer. Meine Mutter war mit dem Haushalt beschäftigt, meine Geschwister waren in der Schule, und ich ging oft zu den Tieren im Dorf. Niemand beachtete meinen Vater, doch ich war zufrieden, denn immer wenn ich nach Hause kam, war er da. Und ich konnte mich ihm wieder anvertrauen.

Ich weiß nicht, wie lange diese Situation so bestehen blieb, aber eines Nachts wachte ich weinend aus einem schrecklichen Traum auf. Verängstigt lief ich zu meiner Mutter und sagte: "Mama, der Papa will mich mitnehmen, ich habe Angst, ich will bei dir bleiben."
Nach diesem Albtraum blieb das Sofa im Wohnzimmer leer. Mein Vater war nicht mehr da, und ich war wieder allein. Als ich meine Mutter fragte, wann er wieder kommen würde, sagte sie: "Der Papa ist tot, er kommt nicht wieder." - "Aber warum kommt er nicht wieder, er hat doch gesagt, dass er mich nicht allein lässt", fragte ich fassungslos. Es gab einen endlosen Diskurs, in dem ich einfach darauf beharrte, meinen Vater wieder haben zu wollen. Meine Mutter beendete dieses unfruchtbare Gespräch mit den Worten: "Alle Menschen müssen einmal sterben. Dann werden sie beerdigt und unter der Erde von den Würmern aufgefressen."

Diese Worte verfehlten ihre Wirkung nicht. Natürlich wollte meine Mutter mich nicht absichtlich schockieren, aber ich denke, dass meine Hartnäckigkeit sie einfach verzweifeln ließ und sie sich nicht anders zu helfen wusste.


Wieso leben, wenn man sterben muss?

Ich war gerade mal fünf Jahre alt, und mir war klar, dass das Leben keinen Sinn hatte. Wozu sollte man leben, wenn man sowieso sterben musste? Vielleicht habe ich einmal ein schönes Leben, wenn ich groß bin, und wenn ich dann sterben muss, dann ist das ganz schlimm. Also beschloss ich, es gar nicht erst so weit kommen zu lassen. Ich wollte sterben, und zwar gleich. Das Problem war nur, ich wusste nicht, wie sterben geht. Außerdem hatte ich auch keinen Sarg, und ich wagte nicht, meine Mutter nach einem Sarg zu fragen. Allzu deutlich gab sie mir zu verstehen, dass sie genervt war und nun nichts mehr von diesem Thema hören wollte. Es musste also ohne Sarg gehen. Ich legte mich in mein Kartonbett, zog die Decke bis über den Kopf und schloss die Augen, um zu sterben.

Zuerst konnte ich mit geschlossenen Augen nur vollkommene Schwärze sehen, doch nach kurzer Zeit tauchten leuchtend bunte Formen und Strukturen auf. Sie waren wunderschön und in ständiger Bewegung. Die Farben waren lebendig, sie leuchteten von innen heraus und umgaben die sich ständig verändernden Formen mit einem Strahlenkranz. Kreise, Punkte, Kugeln und fluoreszierende Linien tanzten um die Wette. Ich wähnte mich in einer Wunderwelt und fühlte mich frei und voller Freude. Alles um mich herum hatte ich vergessen, sterben war einfach nur schön.

"Abendessen ist fertig!" Mit diesen Worten riss mich meine Mutter aus meiner Faszination heraus, und mir war klar, dass ich nicht tot war. Ich hatte auch nirgendwo Würmer gesehen, die mich auffressen wollten. Widerwillig stieg ich aus meinem Kartonbett und setzte mich enttäuscht an den Abendbrottisch, ahnend, dass ich wohl eher nicht sterben würde.


Tiefe Traurigkeit

Da beschloss ich, einfach dahin zu gehen, wo auch mein Vater war. Ich begann ihn zu suchen. Täglich besuchte ich sein Grab auf dem Friedhof. Es war ein aufgehäufter Erdhügel, dort wo sie seinen Sarg in die Erde hinabgelassen hatten. Über der aufgehäuften Erde lagen immer noch die vielen Kränze. Sie waren wunderschön. Die vielen Blumen, die weißen Bänder mit schwarzen Buchstaben darauf und vor allem die goldenen und silbernen Ränder auf den Schriftbändern hatten es mir angetan. Dies war nun meine kleine Welt - ein Schatz, wo es Gold und Silber gab. Täglich besuchte ich diesen Schatz, und stets war ich in der Hoffnung, hier meinen Vater zu finden. Aber er war fort, und ich konnte ihn nicht auf dem Friedhof finden. Eine tiefe Traurigkeit kam über mich, und selbst die Tiere im Dorf konnten mich nicht wirklich trösten. Heimlich und still habe ich oft geweint, besonders dann, wenn ich mich von meiner Mutter ungerecht behandelt fühlte. Dann fehlte er mir schmerzlich, denn es war niemand da, der mich tröstend in seine beschützenden Arme genommen hat. So wurde ich ein stilles, meist in sich gekehrtes Kind.


Das muss der Gott doch wissen

Kurze Zeit später zogen wir fort. Meine Mutter und meine älteste Schwester hatten Arbeit in einer Fabrik gefunden. Mein Bruder bekam in der Stadt, in der wir nun wohnten, eine Lehrstelle, und meine andere Schwester und ich gingen jetzt dort zur Schule. Anders als in der Dorfschule meiner Heimat gab es hier für die unterschiedlichen Fächer verschiedene Lehrer. Ich begegnete zum ersten Mal einem Religionslehrer. Er war der Einzige, der mich in dieser neuen Schule interessierte, denn er sprach auch vom Tod. Davon, dass die Menschen wegen Adam und Eva sterben müssen und dass Menschen entweder in den Himmel oder in die Hölle kommen. Er weiß sicher, wo mein Vater ist, ging es mir nach dem ersten Religionsunterricht durch den Kopf. Ich brauchte einige Zeit, bis ich endlich mutig genug war, ihn zu fragen. Ich wartete, bis der Unterricht zu Ende war und alle meine Mitschüler die Klasse verlassen hatten. Dann ging ich mit klopfendem Herzen nach vorne und fragte schüchtern und aufgeregt: "Wohin gehen die Toten?" Er sah mich erstaunt an und fragte zurück: "Warum möchtest du das wissen?" - "Weil mein Papa tot ist und ich ihn suchen muss."

Nachdenklich sah er mich an und sagte dann: "Dein Vater war sicher ein guter Mensch, also ist er im Himmel bei Gott. Da kannst du aber nicht hingehen, denn man kommt erst in den Himmel, wenn man gestorben ist und nur wenn man ein guter Mensch gewesen ist." - "Und was machen die Toten im Himmel bei Gott?", fragte ich. Zögernd sagte er: "Sie sind dort einfach glücklich, denn sie sind im Paradies."

Ich war enttäuscht. Er redete weiter, aber meine Enttäuschung war so groß, dass seine Worte mich nicht mehr erreichten. Mein Papa konnte nicht glücklich sein, weil er mich ja nicht mehr hatte. Er musste mich vermissen, genauso wie ich ihn vermisste. Das muss der Gott doch wissen! Es folgte ein Dialog, ähnlich wie ich ihn schon einmal mit meiner Mutter geführt hatte, kurz nachdem mein Vater verstorben war. Ich fühlte die gleiche Leere wie damals, und eine leise Ahnung beschlich mich. Mein Vertrauen in die Erwachsenen begann zu splittern. Ich fühlte ihre Unsicherheit und manchmal sogar ihre Angst.


Wo die Toten hingehen

In den folgenden Jahren ließ ich keine Gelegenheit aus, jeden Geistlichen, der mir begegnete, zu fragen, wo die Toten hingehen, was die Toten machen, dort wo sie sind, und was ich tun müsste, um wieder bei meinem Vater sein zu können. Ich studierte die Bibel intensiv, zunächst unfreiwillig auf Drängen meiner Mutter, später aus anderem Blickwinkel und freiwillig. Ich lernte verschiedene Glaubensgemeinschaften kennen und ließ mich immer für lange Zeiträume auf ihre Überzeugungen, Theorien und Bekenntnisse ein. Bis ich erkannte, dass all die vielen unterschiedlichen (westlichen) Religionen ein und denselben Ausschließlichkeitsanspruch auf ihre Wahrheit erhoben hatten. Als ich das erkannte, trat ich aus der Kirche aus, in der festen Überzeugung, dass Gott weder katholisch noch protestantisch, weder Zeuge Jehovas noch ein Esoteriker oder sonst etwas ist.

Aus heutiger Sicht behaupte ich, dass mein Leben von diesem Zeitpunkt an erst wirklich begann. Ein erster Schritt in die Freiheit, denn ich beschloss, Gott allein zu finden, ohne Anweisung von Geistlichen, Priestern oder Gurus. Nun suchte ich nicht mehr nur meinen Vater, jetzt suchte ich auch Gott, denn schließlich war er es, der meinen Vater, den ich noch immer schmerzlich vermisste, bei sich hatte. Ich begann aus meinem Herzen zu beten. Unbeholfen wie ein Kind entschuldigte ich mich bei Gott dafür, dass wir Menschen seinen Sohn getötet haben. Ich schämte mich vor Gott dafür, dass wir Menschen Kriege führen, die Erde ausbeuten und verschmutzen, die Tiere misshandeln und töten und Kinder entführen und missbrauchen. Aber ich wies auch sehr energisch die sogenannte Erbsünde zurück und war nicht bereit, für eine Sünde, die ich nicht begangen hatte, bestraft zu werden. Ich sagte Gott, dass ich im Paradies weder einen Apfel gegessen noch Adam verführt hatte und deshalb nicht einsehe warum ich meine Kinder unter Schmerzen gebären sollte. Ich beschwerte mich über die Widersprüche in der Bibel und darüber, dass ich einmal sterben sollte, weil ich noch immer keinen Sinn darin sah. Es war ein innerer Kampf, ein Suchen und Finden, begleitet vom Unverständnis meiner Familie.


Gott ist wirklich überall

Ich habe meinen Sohn ohne Schmerzen geboren. Alle Wünsche, die ich meinem himmlischen Vater diesbezüglich nahelegte, haben sich ausnahmslos erfüllt. Gott wurde mir zunehmend vertrauter. In meinen Gedanken sprach ich mit ihm, er war plötzlich überall, und ich begann ihn zu lieben und aus tiefstem Herzen zu verehren. Denn ich forschte und studierte neben der Bibel viele andere Bücher und die Natur, und überall erkannte ich am Ende seine unendliche Weisheit, Liebe und Gerechtigkeit. Wann immer ich ein Problem hatte oder in echten Nöten war, nahm ich meine alte Kinderbibel zur Hand und bat Gott, mir eine Antwort zu geben. Dann schlug ich die Bibel auf und las den Text, auf den mein Blick intuitiv und spontan fiel. Stets war es eine Antwort und ein Trost. Es war der Anbeginn einer Kommunikation zwischen ihm und mir. Danach folgten gravierende Veränderungen in meinem Leben, und als ich vor einer schweren Entscheidung stand, suchte ich zum ersten Mal in meinem Leben ein Medium auf.


Der Besuch beim Medium

Viele Gewissenskämpfe musste ich überstehen, bis ich endlich den Mut hatte, mich auf dieses Abenteuer einzulassen. Schließlich hatte ich gelernt, dass man die Geister nicht rufen soll, weil man sonst mit dem Teufel im Bunde steht.

Zunächst einmal wusste ich gar nicht, was ein Medium ist. Die Möglichkeit einen Engel durch einen Menschen (ein Medium) sprechen zu hören, löste in mir heftige Konflikte aus. Ich hatte Angst, dass ich mich womöglich mit dem Teufel einlasse, der sich als Engel ausgeben würde, und das wollte ich auf gar keinen Fall. Andererseits spürte ich eine tiefe Sehnsucht nach einem Wissen direkt aus der Quelle. Ich wollte Gott und seinem Reich noch näher kommen, wollte mehr wissen und besser verstehen können, warum die Dinge so sind, wie sie sind. Also begann ich in einem beinahe täglichen Dialog Gott klar zu machen, dass es wohl mein Recht ist, die Wahrheit zu suchen. Wie sollte ich jemals herausfinden, ob Engel wirklich durch Menschen sprechen, wenn ich es nicht erforschen und prüfen darf? Also lautete mein Gebet: "Lieber Gott, ich gehe zu diesem Medium, um herauszufinden, ob es wirklich Menschen gibt, durch die ein Engel sprechen kann. Wie soll ich es jemals wissen, wenn ich es nicht probieren darf? Wenn dieses Medium nicht mit deiner Engelwelt, sondern mit Satan arbeitet, dann verlasse ich mich darauf, dass Du mich beschützt und mir nichts Böses passiert. Denn ich möchte doch nur die Wahrheit selber finden. Ich möchte alles wissen, nicht nur glauben. Amen."

Als ich dann vor der Tür dieses Engelmediums stand, klopfte mein Herz, und ich war sehr aufgeregt, als ich den Klingelknopf drückte. Sogleich öffnete mir eine attraktive, reife Frau, die sagte: "Ach, da sind Sie ja endlich, kommen Sie gleich mit." Während ich ihr in das Haus folgte, klopfte mein Herz nun bis zum Hals hoch. Also doch, dachte ich... sie kennt mich doch gar nicht, wie kann sie dann schon lange auf mich warten? Lieber Gott, bitte schick ganz schnell einen großen, starken Engel.

Das Medium öffnete die Türe zum Büro. Auf dem Schreibtisch waren ungefähr 35 Kassetten gestapelt. Sie zeigte mit dem Finger darauf und sagte: "Diese Tonträger sind von Ihrer verstorbenen Urgroßmutter besprochen. Sie hatte heilende Hände und zog mit Rasputin durch Russland. Ihre Urgroßmutter hat sich vor vier Jahren bei mir gemeldet und gesagt: Eines Tages kommt meine Urenkelin zu dir. Sie ist medial wie du, und du wirst sie einlernen." In mir sträubte sich alles, denn ich wusste nichts von einer Urgroßmutter in Russland.

Mein mulmiges Gefühl verstärkte sich, aber das Medium ließ mir keine Zeit zum Nachdenken. Sie schob mich in ein anderes Zimmer, bat mich, Platz zu nehmen, und fragte: "Nun Kindchen, was kann ich für Sie tun?" - "Ich möchte gerne einen Kontakt zu meinem Schutzgeist, aber nur, wenn ich damit kein göttliches Gesetz verletze." Sie lachte und erwiderte: "Kindchen, Kindchen, wenn ich göttliche Gesetze verletze, dann sprechen die Engel nicht mit mir." Das war plausibel, und ich war beruhigt. "Also?" Ich nickte mit einem Kloß im Hals. Da nahm sie einen Stift und Papier und sagte: "Ich rufe den Schutzgeist von Susanne und bitte um eine Botschaft für sie." Nach einer kurzen Pause meldeten sich Amelia und Carola. Sie stellten sich mir als meine Schutzwesen aus der geistigen Welt vor. Sie sprachen über meine Vergangenheit, die das Medium ja nicht kannte, und über meine aktuelle Lebenssituation. Ich konnte Fragen stellen, und diese wurden durch das Schreibmedium beantwortet. Sie schrieb und sprach gleichzeitig aus, was meine Schutzwesen mir sagen wollten. Ein unbeschreibliches Gefühl von Liebe und Geborgenheit umfing mich, und so sehr ich mich auch bemühte, konnte ich meine Tränen doch nicht zurückhalten. Nie zuvor hatte ich mich so angenommen und verstanden gefühlt. Aufgewühlt, reich beschenkt und dankbar fuhr ich nach Hause.


Die unbekannte Urgroßmutter

Sogleich begann ich die von meiner angeblichen Urgroßmutter besprochenen Tonträger abzuhören. So erfuhr ich auch ihren Vor- und Familiennamen. Aufgeregt suchte ich das Familienbuch und die Sterbeurkunde meiner Mutter, und dort fand ich tatsächlich diesen Namen. Es war der Mädchenname meiner Urgroßmutter. Jetzt war ich sprachlos, und langsam begann ich mich zu öffnen für eine andere Welt und ganz neue Erfahrungen.


Mein Weg und heute

Dies war im Jahre 1985. Inzwischen ist viel Zeit vergangen, und seit über 20 Jahren arbeite ich beinahe täglich mit Schutzgeistern, Engeln und aufgestiegenen Meistern aus der geistigen Welt. Früh schon sagten sie mir, dass ich eine Schule haben werde und altes Wissen zu den Menschen kommen wird. Ich fühlte mich sofort überfordert und konnte mir das wie viele andere Dinge, die sie vorhersagten, nicht vorstellen. Doch sie behielten stets recht. Die geistige Schule wurde gegründet, und es wurde ihr der Name TerrAmor gegeben. Eine geistige Schule, deren Sinn und Zweck es ist, Menschen zu helfen, ein Bewusstsein für die Liebe zur Erde und zu all ihren Lebewesen zu entwickeln, sich an vergessenes Wissen zu erinnern und den Weg in die Unsterblichkeit wieder zu finden.

Als Herakles, der Leiter unserer geistigen Schule TerrAmor, mir das offenbarte, war ich erschüttert. Unsterblichkeit! Ich wusste es, ich habe es immer gewusst. Denn es liegt kein Sinn im Sterben. Wozu Leben erschaffen, wenn es vergehen soll? Unser Schöpfer ist ein Gott des Lebens und nicht des Sterbens. Das ist meine ganz persönliche Überzeugung, und ich habe konkrete, plausible Grundlagen dafür. Die Schöpfung selbst ist auf Gesetzmäßigkeiten begründet, die unübertrefflich intelligent und keinesfalls zufällig sind. Diese zu erforschen und zu verstehen ist ein geistiger Hochgenuss. Die Vielfalt und Schönheit der göttlichen Schöpfung wird in jedem ehrlich Suchenden unweigerlich Respekt und Dankbarkeit auslösen. Das sage ich aus eigener Erfahrung, denn je mehr mir Gott in seiner sichtbaren und unsichtbaren Schöpfung begegnet, umso mehr muss ich ihn lieben. Ich sehe, höre und fühle ihn überall. Er ist nicht im weit entfernten Himmel, er ist hier, ganz nah bei uns. Ein Teil von ihm ist in unser aller Herzen. Deshalb können alle Menschen mit Gott sprechen, immer und überall, zu jeder Zeit.

Die Erkenntnisse, die ich gewinnen konnte in der Begegnung mit der geistigen Welt, haben mir alle Ängste genommen. Ich fühle mich stark und frei, und das in einer Welt, in der Freiheit täglich mehr verloren geht. Doch ich weiß, wir sind nicht allein. Wir sind es nie gewesen. Wir sind nicht verloren. Wir sind nicht ausgeliefert, wir sind nur ausgesetzt - und das hat seinen Grund.

Ach übrigens, ich habe meinen Vater wieder gefunden. Doch das ist eine andere Geschichte.